Albanische Süßigkeiten & Desserts: Von Baklava bis Ballokume
Baklava, Ballokume, Revani, Gliko: die süße Seite Albaniens aus Sirup, Nüssen und Honig. Die wichtigsten Desserts im Überblick – mit Herkunft und Tipps.
Die albanische Küche kann herzhaft – aber ihre süße Seite ist mindestens so verführerisch. Zwischen osmanischem Erbe und lokalen Traditionen ist ein Dessert-Kosmos entstanden, der von siruptriefender Baklava bis zum mürben Maismehl-Keks reicht. Ein Rundgang durch Albaniens Süßwarenvitrine.
Das osmanische Erbe: Sirup, Nüsse, Blätterteig
Fünf Jahrhunderte osmanische Herrschaft haben in Albaniens Dessertküche die tiefsten Spuren hinterlassen – süß, sirupreich, nussig:
Baklava – der König: hauchdünner Blätterteig, geschichtet mit gehackten Walnüssen oder Pistazien, nach dem Backen in Zuckersirup oder Honig getränkt. In Albanien gehört Baklava zu jedem Fest, besonders zu Feiertagen und Hochzeiten. Wer sie selbst schichten will, findet die Schritt-für-Schritt-Anleitung in unserem Baklava-Rezept.
Kadaif – „Engelshaar”: feine Teigfäden, mit Nüssen gefüllt und in Sirup gebadet. Optisch spektakulär, geschmacklich ein Zuckerrausch.
Revani (Ravani) – ein Grießkuchen, der nach dem Backen mit Zitronensirup getränkt wird: saftig, dicht, herrlich unkompliziert.
Sheqerpare – mürbe, in Sirup getunkte Grießplätzchen, oft mit einer Mandel in der Mitte.
Die albanischen Eigengewächse
Nicht alles kommt aus Istanbul – manches ist urlokal:
Ballokume – die Spezialität aus Elbasan: Kekse aus Maismehl, viel Butter und Zucker, traditionell gerührt, bis der Arm lahmt. Sie sind fest mit dem Frühlingsfest Dita e Verës (14. März) verbunden, wenn ganz Elbasan Ballokume bäckt.
Gliko – die Spezialität aus Përmet: ganze Früchte, Nüsse oder sogar Gemüse, geduldig in Zuckersirup eingelegt und auf kleinen Tellern mit einem Glas Wasser serviert. Slow Food im wörtlichsten Sinn.
Hoshaf/Kompot – getrocknete Früchte in Sirup, das winterliche Dessert der Berge.
Petulla – frittierte Teigbällchen, warm mit Honig, Zucker oder Käse – das Trostpflaster jeder albanischen Kindheit.
Womit genießen?
Anders als beim Wein regiert hier der Kaffee: Ein starker Mokka balanciert die Süße perfekt aus – die klassische Kombination in jedem albanischen Café. Zu sirupreichen Süßspeisen reicht man traditionell ein Glas kaltes Wasser (besonders zum Gliko). Und wer den Abend krönen will, greift zum Raki als Digestif.
| Dessert | Herkunft | Charakter |
|---|---|---|
| Baklava | osmanisch, landesweit | süß, nussig, sirupreich |
| Ballokume | Elbasan | mürbe, buttrig, mais |
| Revani | osmanisch | saftiger Grießkuchen |
| Gliko | Përmet | Früchte in Sirup |
| Petulla | landesweit | frittiert, warm |
Unser Fazit
Albaniens Desserts sind so vielfältig wie seine Regionen – vom festlichen Baklava bis zum bodenständigen Ballokume. Sie gehören zur albanischen Küche wie der Wein zum Essen, und viele – allen voran Gliko und getrocknete Früchte – passen als Mitbringsel hervorragend in den Koffer. Ein süßer Abschluss für jede Entdeckungsreise.
Häufige Fragen
Was sind typische albanische Süßigkeiten?
Zu den bekanntesten zählen Baklava (Blätterteig mit Nüssen und Sirup), Ballokume (Maismehl-Kekse aus Elbasan), Revani/Ravani (Grießkuchen mit Sirup), Kadaif (Engelshaar-Gebäck) und Gliko (in Sirup eingelegte Früchte aus Përmet). Viele sind osmanisch geprägt und stark gesüßt.
Was ist Ballokume?
Ballokume sind traditionelle albanische Kekse aus Maismehl, Butter und Zucker, die besonders mit der Stadt Elbasan und dem Frühlingsfest Dita e Verës verbunden sind. Sie sind knusprig-mürbe und weniger süß als die sirupgetränkten Desserts.
Was passt zu albanischen Desserts?
Klassisch ein starker Mokka/türkischer Kaffee, der die Süße ausbalanciert. Zu sirupreichen Süßspeisen passt auch ein Glas kaltes Wasser (wie beim Gliko) oder ein Raki als Digestif.